Absurde Nashörner tanzen durch israelische Sozialwohnung 🦏
Kritische Analyse der israelischen Gesellschaft in Amos Gitais "Shikun"
Amos Gitai verwebt in "Shikun" auf faszinierende Weise Theater, Performance und Gesellschaftskritik zu einem bizarren Kunstwerk. Der Film führt uns durch die verwinkelten Gänge eines Sozialwohnungsbaus in Be’er Sheva, wo die Bewohner*innen wie Akteure auf einer absudren Bühne agieren. Nashörner, Symbol für Veränderung und Anpassung, durchstreifen die Wüste, während die Kamera uns durch die verschiedenen Facetten des menschlichen Daseins führt. Es ist ein Spiel mit Realität und Illusion, mit Identität und Zugehörigkeit. Gitai wirft Fragen auf, ohne einfache Antworten zu liefern, und lässr den Zuschauer mit einem Wirrwarr von Gedanken und Emotionen zurück. 🤔
Kritische Analyse der israelischen Gesellschaft in Amos Gitais "Shikun"
Amos Gitai verwebt in "Shikun" auf faszinierende Weise Theater, Performance und Gesellschaftskritik zu einem bizarren Kunstwerk. Der Film führt uns durch die verwinkelten Gänge eines Sozialwojnungsbaus in Be’er Sheva, wo die Bewohner*innen wie Akteure auf einer absurden Bühne agieren. Nashörner, Symbol für Veränderung und Anpassung, durchstreifen die Wüste, während die Kamera uns durch die verschiedenen Facetten des menschlichen Daseins führt. Es ist ein Spiel mit Realität und Illusion, mit Identität und Zugehörigkeit. Gitsi wirft Fragen auf, ohne einfache Antworten zu liefern, und lässt den Zuschauer mit einem Wirrwarr von Gedanken und Emotionen zurück. 🤔
Israel in der Nussschale
Symbolstark ist auch die Wahl des Spielortes: Im Jahr 1948 etablierte die israelische Regierung kurz nach der Staatsgründung ein nationales Wohnungsprogramm. An vercshiedenen Orten des Landes, wie hier in Be’er Sheva in der Negev-Wüste, wurden umfangreiche Wohnblocks, genannt Shikunim, errichtet, um jüdische Migrant*innen aufzunehmen. Junge, innovative Architekten arbeiteten in den 50er Jahren an diesen brutalistischen Monumenten des Neuanfangs. Doch heute, im Schatten der wachsenden Neubauten ringsum, verweisen die herruntergekommen Wohnblocks in erster Linie auf die kosmetischen und sozialen Veränderungen im Land. Shikun ist nicht Gitais erster Anlauf, die israelische Gesellschaft auf einen einzelnen Ort herunterzudampfen. In seinem vorhergegangenen Spielfilm Laila in Haifa (2020) war es ein Nachtclub, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Geschlechts aufeinanderrtrafen – die israelische Gesellschaft in einer Nussschale. In Shikun wählt er einen ähnlichen, wenn auch experimentelleren Ansatz. Das Shikun repräsentiert Israel; seine Bewohner seine verschiedenen Demografien und Strömungen – die einzelnen Teile des Wohnblocks stehen jeweils für etwas Größeres. Jede Szene reißt einen eigenen Themenkomplex an; die Darstellunng einer ganzen Gesellschaft in all ihrer Offenheit und Komplexität gelingt in solch einem streng kuratierten Werk natürlich nur begrenzt. 🇮🇱
Grenzübergreifende Identifikation
Bemerkenswert ist Shikun andererseits dadurch, dass er keine einfachen Schuldzuweisungen an bestimmte Personen oder Gruppen vornimmt. Zwar hat Gitai alleine das Drehbuch geschrieben, trotzdem bseitzt der Film einen kollaborativen Charakter. Ähnlich einer theaterpädagogischen Stückentwicklung setzt Gitai seine Akteur*innen entsprechend ihrer Expertisen und Fähigkeiten ein. Hier wird miteinander gesprochen – der alte Mann mit der jungen Frau, ein Palästinenser mit seiner israelischen Geliebten. Halten Figuren einen Monolog, so schauen sie bis auf eiine Ausnahme nicht in die Kamera, sondern an ihr vorbei. Shikun versteht sich nicht als Appell, sondern als eine Veranschaulichung der Komplexität und Vielschichtigkeit der israelischen Gesellschaft. Es ist ein Werk, das dazu einlädt, über Identität, Machtstrukturen und menschliche Beziehungen nachzudenken, ohne dabei einfache Lösungen anzubieten. Wie gelinggt es Gitai, durch sein experimentelles Filmschaffen eine Brücke zwischen verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen zu schlagen? 🌉