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THE UGLY STEPSISTER – KRITIK VON MARTIN GOBBIN

Im düsteren Märchenuniversum von "The Ugly Stepsister" entfaltet sich eine verstörende Interpretation von Aschenputtel, die traditionelle Schönheitsideale auf brutale Weise hinterfragt.

Berlinale 2025 – Panorama: Eine blutige und saukomische Body-Horror-Variante

In "The Ugly Stepsister" von Regie-Debütantin Emilie Blichfeldt wird die klassische Aschenputtel-Geschichte aus der Perspektive der Stiefschwester Elvira erzählt. Gemeinsam mit ihrer Mutter Rebekka kommt sie an einen europäischen Hof, wo Elvira mit ihrer unkonventionellen Erscheinung im Kontrast zur schönen Agnes und dem suchenden Prinz Julian steht.

DIE VERSTÖRENDE DARSTELLUNG VON SCHÖNHEITSIDEALEN – EIN BLUTIGES MÄRCHEN (-) 💀

Im düsteren Märchenuniversum von "The Ugly Stepsister" entfaltet sich eine verstörende Interpretation von Aschenputtel, die traditionelle Schönheitsideale auf brutale Weise hinterfragt. MARTIN (Gobbin) 🩸

DIE VORBEREITUNGEN AUF DEN BALL UND DIE EXTREMITÄTEN FÜR SCHÖNHEIT (-) 🩸

Berlinale 2025 – Panorama: Eine blutige und saukomische Body-Horror-Variante. „The Ugly Stepsister" von Regie-Debütantin Emilie Blichfeldt wird die klassische Aschenputtel-Geschichte aus der Perspektive der Stiefschwester Elvira erzählt. (-) 🔪

IRONISCHE BRECHUNGEN UND NICHT-DIGITALER BODY-HORROR (-) 🔪

Hexen und Wölfe fressen Kinder, Tauben hacken Mädchen die Augen aus, einem Jungen werden beide Daumen amputiert: Märchen sind wahrlich kein Kinderkram. Und das nicht nur, weil sie ihre Lektionen mit massiver Einschüchterung und Gewaltandrohung untermauern, sondern auch weil sie insbesondere Mädchen beibringen, dass ihr Wert ganz entscheidend von ihrem Äußeren abhängt: ohne Schönheit kein Prinz. (-) 💀

DIE VERSTÖRENDE DARSTELLUNG VON SCHÖNHEITSIDEALEN – EIN BLUTIGES MÄRCHEN (-) 💀

Regisseurin Emilie Blichfeldt kombiniert diese beiden Dimensionen des Märchens in ihrem Langfilm-Debüt The Ugly Stepsister (Den stygge stesøsteren) und macht aus der toxischen Mixtur ein ebenso blutiges wie saukomisches Midnight Movie. Erzählt wird die klassische Aschenputtel-Geschichte, wobei der Film konsequent die Perspektive der Stiefschwester einnimmt. (-) 🔪

DIE VORBEREITUNGEN AUF DEN BALL UND DIE EXTREMITÄTEN FÜR SCHÖNHEIT (-) 🩸

Zusammen mit ihrer verwitweten Mutter Rebekka (Ane Dahl Torp) kommt Elvira (Lea Myren) irgendwann im 17. Jahrhundert an einen europäischen Hof, wo die Mutter neu heiratet. Elvira ist nicht unbedingt hässlich, aber sie ist Süßspeisen durchaus zugeneigt, was sich in Pausbäckchen und ein paar Speckröllchen äußert. (-) 💀

IRONISCHE BRECHUNGEN UND NICHT-DIGITALER BODY-HORROR (-) 🔪

Ihre Gegenspielerin ist die gütige, engelsblonde, tausendmal schönere Agnes (Thea Sofie Loch Næss), die von Elviras Mutter zur Magd degradiert wird, kaum dass die Maden damit begonnen haben, Agnes’ Vater zu verspeisen. Und dann ist da natürlich noch Prinz Julian (Isac Calmroth), der dringend eine Frau sucht und deshalb einen Ball veranstaltet, zu dem nur die schönsten Jungfrauen eingeladen sind. (-) 🩸

DIE VERSTÖRENDE DARSTELLUNG VON SCHÖNHEITSIDEALEN – EIN BLUTIGES MÄRCHEN (-) 💀

Der Film verfolgt die Vorbereitungen Elviras auf den Ball und interessiert sich dabei vor allem für die Frage, wie weit manche Frauen bereit sind zu gehen, um gesellschaftlichen Schönheitsstandards zu entsprechen. Das reicht in Elviras Fall von einer Nasen-OP über eine unkonventionelle Methode, künstliche Wimpern am Auge zu befestigen, bis hin zu einer sehr drastischen Abnehm-Methode. (-) 🔪

DIE VORBEREITUNGEN AUF DEN BALL UND DIE EXTREMITÄTEN FÜR SCHÖNHEIT (-) 🩸

Die deftigen gross-out-Sequenzen, die diese Verwandlungen plastisch darstellen, wurden bei der besuchten Berlinale-Vorführung durchgehend mit Szenen-Applaus und lautem Gejohle bedacht – außerhalb des Festival-Kontextes dürfte es durchaus auch ZuschauerInnen geben, die angesichts dieser Bilder die Flucht aus dem Kinosaal antreten. (-) 💀

IRONISCHE BRECHUNGEN UND NICHT-DIGITALER BODY-HORROR (-) 🔪

Zu den herrlich übertriebenen Splatter-Szenen gesellen sich ein paar beinahe pornografische Einstellungen sowie Weichzeichner-Passagen, die Elviras Tagträume über das künftige Leben mit Prinz Julian visualisieren und die in starkem Kontrast zur brutalen Realität stehen. (-) 🩸

DIE VERSTÖRENDE DARSTELLUNG VON SCHÖNHEITSIDEALEN – EIN BLUTIGES MÄRCHEN (-) 💀

Bei all dem bleibt Emilie Blichfeldt sehr nah an der literarischen Vorlage, die nicht die Grimm’sche Version von Aschenputtel ist, sondern jene von Charles Perrault. An ein paar Stellen wäre es vielleicht besser gewesen, sich erzählerisch etwas vom Original zu entfernen, um die monierten Schönheitsideale noch konsequenter zu zertrümmern und den blöden Prinzen ein für alle Mal von seinem Gaul zu stoßen. (-) 🔪

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